Die Region Neapel mit Capri, dem Vesuv und der Amalfiküste gehört zu den faszinierendsten Reisezielen Italiens. Vom majestätischen Vesuv, über die antiken Ruinen von Pompeji bis zur traumhaften Amalfiküste – diese Kombination aus Kultur, Geschichte und Naturschönheit macht Kampanien zum perfekten Urlaubsziel.
Anreise
Der internationale Flughafen Neapel-Capodichino liegt nur 7 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist der ideale Ausgangspunkt für deine Reise zum Vesuv und der Amalfiküste. Von Deutschland erreichst du Neapel mit Direktflügen von Frankfurt, München und Berlin in rund 2 Stunden. Alternativ bietet sich eine Anreise über Rom an, von wo Hochgeschwindigkeitszüge in 70 Minuten nach Neapel fahren.
Für die Region Neapel empfiehlt sich ein Mietwagen, besonders für die kurvenreiche Küstenstraße der Amalfiküste.
Der Vesuv – Europas berühmtester Vulkan
Der Vesuv bei Neapel ist mit 1.281 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane Europas und prägt die gesamte Region. Besonders der katastrophale Ausbruch im Jahr 79 n. Chr., der Pompeji verschüttete, machte den Vesuv weltberühmt. Vom Vesuv Gipfel genießt du spektakuläre Ausblicke auf Neapel, die Amalfiküste und den Golf von Neapel.
Die Wanderung vom Parkplatz zum Kraterrand dauert ca. 30 Minuten. Der Aufstieg auf den Vesuv lohnt sich besonders morgens oder abends, wenn weniger Besucher unterwegs sind und du die Aussicht auf die Amalfiküste in Ruhe genießen kannst. Keine Angst, der Aufstieg ist nicht steil und relativ easy. Gutes Schuhwerk ist aber empfohlen.

Wenn du kein Mietwagen hast, ist die einfachste und bequemste Busverbindung zum Vesuv ist der Vesuvio Express ab Ercolano Scavi. Der Shuttlebus fährt direkt vom Platz vor dem Bahnhof Ercolano Scavi (Piazzale Stazione Circumvesuviana) ab. Zum Bahnhof kommst du ganz einfach mit dem Zug von Sorrent oder Neapel. Die Züge fahren sehr regelmäßig. Kombiniere deinen Vesuv Trip am besten mit Pompeji, da beide Ziele von Neapel aus gut erreichbar sind und thematisch zusammengehören.
Pompeji – Die versteinerte Stadt am Vesuv
Die antike Römerstadt Pompeji liegt direkt am Vesuv und ist ein Muss auf jeder Reise nach Neapel. Sie ist eine der beeindruckendsten archäologischen Stätten weltweit und gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Als der Vesuv 79 n. Chr. ausbrach, wurde die komplette Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern innerhalb weniger Stunden unter einer bis zu sechs Meter dicken Schicht aus Asche, Bimsstein und Lava begraben. Die glühend heiße pyroklastische Wolke erreichte Temperaturen von bis zu 300 Grad. Die meisten Menschen hatten keine Chance zu entkommen.
Die Ascheschicht versiegelte die Stadt wie eine Momentaufnahme und zeigt uns heute das römische Leben, wie es vor fast 2.000 Jahren war. Bei einem Rundgang durch die erstaunlich gut erhaltenen Straßen, entdeckst du nicht nur monumentale öffentliche Gebäude, sondern auch private Wohnhäuser, Bäckereien, Tavernen, Thermen, Bordelle und sogar antike Straßenimbisse.



Tipp
Plane mindestens 3 – 4 Stunden für deinen Besuch in Pompeji ein, besser noch einen halben Tag. Die Anlage ist riesig und du wirst viel laufen. Zieh dir auf jeden Fall bequeme Schuhe an. Im Sommer kann es extrem heiß werden, da es kaum Schatten gibt. Bringe Sonnenschutz und ausreichend Wasser mit. Am besten besuchst du Pompeji früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn es kühler und weniger überlaufen ist.
Achtung: Es gibt ein tägliches Limit von 20.000 Eintritten – in starken Zeiträumen ist frühes Buchen deshalb sinnvoll. Kosten bewegen sich je nach Ticket zwischen 20 und 30 Euro. Hier kommst du zur offiziellen Ticket Seite.
Die Amalfiküste – UNESCO-Weltkulturerbe
Die Amalfiküste ist einer der spektakulärsten Küstenabschnitte Italiens – Steilklippen, pastellfarbenen Orte und terrassierten Hängen über türkisblauem Wasser. Ein einfacher Tagesausflug wird der Region kaum gerecht. Am schönsten erlebst du die Küste, wenn du dir Zeit für mehrere Etappen nimmst und dich auf das einzigartige Mosaik aus Panoramablicken, Badebuchten und charmanten Ortschaften einlässt.
Fürs Bereisen mit Mietwagen gilt: Es ist wunderschön, aber du brauchst Geduld. Die Küstenstraße ist kurvig und in der Hauptsaison schnell überlastet, und Parken in den Orten kann zum Zeitfresser werden. Dafür bekommst du die Freiheit, spontane Fotostopps einzulegen und auch kleinere Aussichtspunkte anzufahren.
Wenn du möglichst stressfrei reisen willst, sind Busse (und generell öffentliche Verbindungen) oft die entspanntere Wahl: Du musst dich nicht auf enge Kurven konzentrieren, kannst die Ausblicke genießen und kommst ohne Parkplatzsuche direkt in die Ortszentren.
Wanderungen
Wenn du gerne zu Fuß unterwegs bist, plane bewusst Zeit für Wanderungen ein. Abseits der Hauptstraße gibt es alte Wege zwischen den Orten, die dich durch Zitronenhaine, Terrassenlandschaften und ruhige Höhenzüge führen. Oft bekommst du so die schönsten Ausblicke aufs Meer. Gerade an warmen Tagen lohnt sich die Kombination „morgens wandern, mittags Pause, nachmittags weiterziehen“. So umgehst du die große Hitze und den größten Trubel.
Baden
Wenn du Badeurlaub machen willst, sind diese beiden Orte ideal.
- Maiori hat den längsten Sandstrand der gesamten Küste und eine breite Promenade. Das ist sehr untypisch für die Region, aber sehr praktisch für Familys.
- Minori liegt in einer geschützten Bucht und bietet im Gegensatz zu den felsigen Steilküsten von Positano oder Praiano einen echten Strandzugang direkt vor der Promenade. Und das ohne hunderte Stufen! Der Ort ist auch bekannt wegen seiner Pasta-Tradition und der berühmten Konditorei „Sal De Riso“.



Sorrent – Ausgangspunkt für die Rundreise
Sorrent ist der ideale strategische Ausgangspunkt für die gesamte Region, da es verkehrstechnisch perfekt zwischen Neapel, Pompeji und der Amalfiküste liegt, aber selbst deutlich entspannter ist als die Großstadt Neapel. Die Stadt thront spektakulär auf einer steilen Tuffsteinterrasse und bietet von der Villa Comunale einen der besten Ausblicke überhaupt auf den Vesuv und den Golf von Neapel. Das Herz der Stadt schlägt auf der Piazza Tasso, von wo aus du in die engen Gassen der Altstadt eintauchst, um Limoncello zu probieren oder das berühmte Vallone dei Mulini (Mühlental) zu bestaunen – eine tiefe Schlucht mit einer überwucherten Ruine, die wie ein verwunschener „Lost Place“ wirkt.
Für authentisches Flair lohnt sich der Abstieg zur Marina Grande, einem ehemaligen Fischerdorf direkt am Wasser mit bunten Booten und hervorragenden Fischrestaurants. Wer baden möchte, sollte die Bagni della Regina Giovanna besuchen: Diese smaragdgrüne Felsenbucht etwas außerhalb der Stadt ist durch einen Felsbogen mit dem Meer verbunden und liegt malerisch zwischen den Ruinen einer römischen Villa – ein magischer Badeplatz abseits der klassischen Strände.
Salerno – Das südliche Tor zur Amalfiküste
Salerno steht oft im Schatten von Neapel, ist aber genau deshalb so attraktiv: Die Stadt ist grüner, entspannter und bietet die perfekte Balance aus italienischem Alltag und Kultur. Die lange Uferpromenade Lungomare Trieste lädt zum entspannten Flanieren unter Palmen ein, während du hoch oben vom Castello di Arechi den besten Blick über den gesamten Golf genießt. Ein besonderes Juwel in der Altstadt ist der Giardino della Minerva, der erste botanische Heilkräutergarten Europas, der heute als grüne Oase mit Teestube und Meerblick zum Verweilen einlädt.
Positano – Die Perle der Amalfiküste
Positano ist das absolute Postkartenmotiv der Region: Wie eine bunte Kaskade stürzen sich die pastellfarbenen Häuser den steilen Felswand hinab bis zum Meer. Sie ist berühmt für seine einzigartige Mode, die „Moda Positano“: luftige Kleider aus Leinen, handgefertigte Ledersandalen (die oft direkt vor deinen Augen maßgefertigt werden) und bunte Keramik. Der Ort ist fast autofrei, was bedeutet, dass du ihn vor allem über unzählige Treppen und enge, verwinkelte Gassen erkundest. Das Herz des Ortes ist die Spiaggia Grande, der berühmte Hauptstrand mit seinen markanten orange-blauen Sonnenschirmen. Von hier hast du den klassischen „Instagram-Blick“ zurück auf die Häuserwand.
Praiano – Die entspannte Alternative
Praiano liegt strategisch günstig zwischen Positano und Amalfi, ist aber deutlich ruhiger und günstiger. Der Ort zieht sich ebenfalls den Hang hinauf, was bedeutet: viele Treppen, aber dafür grandiose Sonnenuntergänge, da er im Gegensatz zu Positano länger Sonne hat. Das Highlight ist die Kirche San Gennaro mit ihrer bunt gekachelten Majolika-Kuppel direkt vor dem Meer. Die kleine Bucht Marina di Praia, eingekeilt zwischen hohen Felswänden, mit tollen Restaurants direkt am Wasser.
Conca dei Marini
Ein winziges, charmantes Dorf, das vor allem für zwei Dinge bekannt ist: Die Grotta dello Smeraldo (Smaragdgrotte), eine Meereshöhle mit grün leuchtendem Wasser, und das Gebäck „Sfogliatella Santa Rosa“, das hier im gleichnamigen Kloster erfunden wurde. Die Grotte würde ich auslassen. Sie ist weder spekatulär noch wirklich sehenswert. Uns wurde eine Plastik Maria Statue im Wasser als Wunder verkauft.
Weitere Orte
Furore ist berühmt für seine tiefe Schlucht, in die sich das Meer schneidet, überspannt von einer 30 Meter hohen Brücke. Es gibt kein klassisches Zentrum, die Häuser kleben verstreut an den Felswänden. Atrani liegt nur einen kurzen Fußmarsch von Amalfi entfernt. Es ist die kleinste Gemeinde Italiens. Es wirkt wie ein römisches Amphitheater, das sich zum Meer hin öffnet. Ravello liegt nicht am Meer, sondern thront 365 Meter hoch darüber auf einem Felsrücken. Es ist der aristokratischste und eleganteste Ort der Küste, berühmt für seine Ruhe und die klassischen Sommerkonzerte. Vietri sul Mare ist der erste Ort von Salerno kommend ist die Hauptstadt der Keramik. Alles hier ist gefliest: Hausnummern, Bänke, Ladenfassaden und die Kuppel der Kirche San Giovanni Battista.
Capri – Trauminsel im Golf von Neapel
Die Insel Capri liegt im Golf von Neapel und ist seit der Römerzeit ein exklusiver Rückzugsort. Sie bietet atemberaubende Ausblicke auf Neapel, den Vesuv und die Amalfiküste. Sie ist per Fähre ganz einfach von Neapel oder Sorrent erreichbar. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Und diese Highlights gibt es auf der Insel.
Faraglioni Felsen
Die drei monumentalen Faraglioni Felsen sind das Wahrzeichen von Capri und erheben sich bis zu 109 Meter aus dem kristallklaren Wasser des Tyrrhenischen Meeres. Diese imposanten Kalksteinfelsen sind durch Jahrtausende von Wind und Wellen geformt worden. Besonders spektakulär ist der mittlere Felsen mit seinem natürlichen Felsbogen, durch den die traditionellen Holzboote bei einer Inselrundfahrt hindurchfahren. Die meisten Touren starten vom Hafen Marina Grande und dauern etwa 2 Stunden, wobei du auch die Möglichkeit hast, an besonders schönen Stellen zum Schwimmen und Schnorcheln ins Wasser zu springen.
Du kannst die Felsen aber auch super auch ohne Bootsausflug fotografieren. Vom Hauptort Capri führt die malerische Via dei Faraglioni in Serpentinen hinab zur Küste, wo du den nächstgelegenen Faraglione aus nur etwa 50 Metern Entfernung bewundern kannst. Dieser kurze, aber eindrucksvolle Wanderweg startet in der Nähe der Gärten des Augustus und führt dich über gepflasterte Wege und Treppen zum Belvedere Tragara – einem der schönsten Aussichtspunkte der Insel. Von dieser Terrasse aus hast du einen atemberaubenden Blick direkt auf die drei Faraglioni Felsen und das glitzernde Meer, besonders zum Sonnenuntergang ist dieser Ort romantisch und perfekt für Fotos.



Blaue Grotte
Die Blaue Grotte (Grotta Azzurra) auf Capri ist weltberühmt für ihr magisch leuchtendes, intensiv blaues Wasser und zählt zu den spektakulärsten Naturphänomenen Italiens. Das unglaubliche Lichtspiel entsteht durch Sonnenstrahlen, die durch eine Unterwasseröffnung in die Höhle eindringen und vom weißen Sandboden reflektiert werden. Das Wasser scheint dadurch in einem unwirklichen elektrischen Blau zu erstrahlen, während die Höhlendecke silbrig schimmert. Diese optische Illusion ist besonders beeindruckend am Vormittag zwischen 10 und 13 Uhr, wenn die Sonne im richtigen Winkel steht. Von Capri Stadt oder Anacapri fährst du zunächst mit dem Bus zur Grotta Azzurra, wo kleine Ruderboote auf dich warten. Der Höhleneingang ist nur etwa einen Meter hoch. Beim Einfahren musst du dich flach ins Boot legen und bei hohem Wellengang ist die Grotte sogar komplett geschlossen.
Monte Solaro
Der Monte Solaro ist mit 589 Metern der höchste Punkt der Insel Capri und bietet das atemberaubendste Panorama der gesamten Region. Der Sessellift (Seggiovia) vom Zentrum Anacapris zum Gipfel ist bereits eine Attraktion für sich: In etwa 12 Minuten schwebst du in offenen Einzelsesseln über mediterrane Gärten, Weinberge und duftende Macchia-Vegetation nach oben. Die gemütliche Fahrt gibt dir Zeit, die Landschaft zu genießen und ist auch für Menschen mit leichter Höhenangst gut machbar. Oben angekommen, erwartet dich ein überwältigendes 360-Grad-Panorama über Capri, Neapel, den rauchenden Vesuv und die gesamte Amalfiküste bis nach Sorrent. Bei klarem Wetter reicht die Sicht sogar bis Ischia und zur Südküste Italiens.
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