Du hast 2-3 Wochen Urlaub und du willst nach Japan reisen? Dann stellt sich die große Frage: Wohin eigentlich? Hier bekommst du die passende Japan Reiseroute für zwei bis drei Wochen, dazu wie viel Zeit jede Stadt wirklich braucht und welche Tagesausflüge sich lohnen. Alles zur besten Reisezeit je nach Region, zur Einreise und zur Vorbereitung deiner ersten Japanreise findest du hier: Das erste Mal Japan

Warum Honshū für die erste Reise?

Honshū 本州 ist die größte der vier Hauptinseln Japans und bietet neben malerischen Wanderwegen in den japanischen Alpen auch die wichtigsten Städte wie Tokio, Osaka, Kyoto und Hiroshima. Das perfekt ausgebaute Shinkansen Schienennetz lässt dich schnell und bequem zwischen den verschiedenen Regionen Honshūs reisen. Für die rund 500 Kilometer von Tokio nach Kyoto brauchst du zum Beispiel nur 2,5 Stunden. So bereist du mit wenigen Tagen ganze Regionen. Am besten machst du von einzelnen Städten aus ganze Tagesausflüge. So sparst du dir das ständige Umziehen mit dem gesamten Gepäck.

Drei Routen als Inspiration

Welche Japan Reiseroute am Ende zu dir passt, hängt vor allem an deinem Zeitbudget. Der Auftakt ist bei allen drei Routen gleich: Sie führen dich von Tokio über Kyoto nach Osaka. Wohin die Reise danach geht, bestimmst du und dein Zeitbudget. Lass dich einfach inspirieren und bastle dir deine ganz persönliche Traumroute.

2 Wochen Standard Route

Tokio → Kyoto → Osaka → Tokio

Das ist die einfachste Route und eignet sich perfekt für die erste Japanreise. Du benötigst nur vier Unterkünfte für drei Städte. Den Rest kannst du über Tagesausflüge machen. Für diese Route würde ich auf keinen Fall einen Japan Rail Pass holen. Der lohnt sich nicht. Hol dir stattdessen lieber ein One Way oder Round-Trip Ticket für die Strecke. Alle Infos dazu findest du hier: Mit dem Shinkansen durch Japan

Japan Travel Route 2 weeks

2,5 Wochen mit Hiroshima

Tokio → Kyoto → Osaka → Hiroshima → Tokio

Die Route ist dieselbe wie bei zwei Wochen, du hängst nach Osaka nur noch Hiroshima dran. Und keine Sorge: Auf der Karte sieht das nach einer halben Weltreise aus, ist es aber nicht. Der Shinkansen braucht von Osaka nach Hiroshima nur 1,5 Stunden. Auch die Rückfahrt von Hiroshima direkt nach Tokio ist super schnell. Auch hier lohnt sich der Japan Rail Pass nicht. Hol dir also lieber Einzeltickets.

Japan Travel Route 2,5 weeks

3 Wochen Rundtrip

Tokio → Osaka → Hiroshima → Kyoto → Magome → Kanazawa → Tokio

Zu Hiroshima kommt hier noch ein Abstecher in die Berge nach Magome dazu. Danach geht’s weiter nach Kanazawa an die Küste und von dort aus zurück nach Tokio über die Hokuriku Strecke durch Nagano und die Berge. Und auch bei drei Wochen rechnet sich der Rail Pass nicht. Auch der Hokuriku Arch Pass, der genau die Strecke Tokio, Kanazawa, Kyoto und Osaka abdeckt, lohnt sich nicht.

Japan Travel Route 3 weeks

Städte auf den Routen

Je nach Variante kombinierst du auf dieser Reise drei bis fünf dieser Städte. Jede einzelne von ihnen besitzt ihren ganz eigenen Charakter und unverwechselbaren Charme. Hier erfährst du genau, was dich an den jeweiligen Stationen erwartet und wie viel Zeit du wirklich einplanen musst.

Tokio

Zeit einplanen: min. 4 Tage

Besser fünf Tage als vier, und bleib dabei im selben Hotel. Tokio ist zu groß, um es abzuhaken, deshalb nimmst du dir lieber einzelne Viertel vor und lässt dich dort treiben. Rechne den Ankunftstag als halben Tag, der Jetlag holt dich sowieso ein. Was dich in den einzelnen Vierteln erwartet und wie du hinkommst, steht hier: Top 5 Must See in Tokio

Am Ende der Reise landest du noch einmal in Tokio, und zwar bewusst ohne großes Programm. Das hat zwei Gründe: Du bist nach zwei Wochen durch, und du fliegst von hier zurück. Jetzt ist die Zeit für Don Quijote und alles, was du dir unterwegs notiert und nicht gekauft hast, weil du es nicht durch halb Japan schleppen wolltest.

Mein Tipp: Nimm das letzte Hotel am besten in der Nähe der Bahn, die dich am schnellsten zum Flughafen bringt. Die Monorail ist besonders schnell und verbindet Hamamatsucho und den Flughafen Haneda in 15 Minuten.

Kyoto

Zeit einplanen: min. 3 Tage

Von Tokio nach Kyoto sind es mit dem Shinkansen gut zwei Stunden. Fahr am Vormittag, dann hast du den Ankunftstag noch. Kyoto ist das Gegenteil von Tokio: niedriger, ruhiger, voller Tempel und Holzhäuser. Voller ist es trotzdem, und zwar spürbar. Kein Wunder, die großen Sehenswürdigkeiten liegen alle auf engem Raum, und da will nun mal jeder hin. Was du dir anschauen solltest:

  • Fushimi Inari mit den tausenden roten Torii. Am besten früh morgens oder am späten Abend.
  • Arashiyama mit dem Bambuswald und Tenryū-ji Tempel
  • Kiyomizu-dera mit der großen Holzterrasse über der Stadt, dazu die Gassen Sannenzaka und Ninenzaka auf dem Weg hinauf.
  • Gion am frühen Abend, wenn in den Holzhäusern die Laternen angehen.
  • Nishiki Markt der 400 m lange Lebensmittelmarkt im Zentrum

Kyoto hat nur zwei U-Bahn Linien, das meiste läuft über Busse. Die sind gut, aber zu den Stoßzeiten voll und im Verkehr langsam. Deine Prepaidkarte funktioniert in Bus und Bahn genauso wie in Tokio.

Osaka

Zeit einplanen: min. 2 Tage

Osaka liegt so nah an Kyoto, dass du theoretisch gar nicht umziehen müsstest. Mit dem Schnellzug bist du in rund 30 Minuten da. Ich würde trotzdem umziehen, weil Osaka abends eine völlig andere Stadt ist und du das vom Hotel aus mitnehmen solltest. Neonschilder bis zum Horizont, dazwischen Takoyaki Buden und das berühmte Glico Männchen am Kanal.

Tagsüber lohnen der Kuromon Markt für Streetfood, die Burg von Osaka im Park und Shinsekai mit dem Tsūtenkaku Turm. Okonomiyaki gehört hier dazu, und wenn du es danach zu Hause nachbauen willst, steht das Rezept hier: Okonomiyaki, japanisches Soulfood für zuhause

Nara liegt nur 45 Minuten entfernt und ist der klassische Tagesausflug von hier aus, mehr dazu bei den Tagesausflügen.

Hiroshima

Zeit einplanen: min. 2 Tage

Hiroshima hängst du dran, sobald du mehr als zwei Wochen hast. Von Osaka bist du in 1,5 Stunden da. Hiroshima ist kein leichter Programmpunkt, aber einer, den ich jedem empfehlen würde.

Der Friedenspark mit der Atombombenkuppel und das Friedensmuseum sind Orte, die echt unter die Haut gehen und hallen noch lange nach. Nimm dir dafür mindestens einen halben Tag Zeit und plane danach nichts, was Konzentration verlangt.

Den zweiten Tag geht’s auf Miyajima Island. Mit Zug und Fähre bist du in rund 1 Stunde dort. Die Insel ist bekannt für das große rote Torii des Itsukushima Schreins, das bei Flut im Wasser zu stehen scheint. Bei Ebbe läufst du zu Fuß hin. Hirsche gibt es hier auch jede Menge und die sind ganz schön aufdringlich. Mein Tipp: Fahr oder lauf auf jeden Fall auf den Misen. Von dort hast du eine mega Aussicht.

Magome

Zeit einplanen: 1 bis 2 Tage

Nach zwei Wochen Tokio, Kyoto und Osaka ist Magome genau das, was du dann brauchst. Statt Hochhäusern und vollen Bahnsteigen ein winziges Bergdorf im Kiso Tal, eine einzige gepflasterte Gasse, dunkle Holzhäuser und das Geräusch von Wasser, das den Hang hinunterläuft. Hier kommst du runter, und das ist auf einer Japanreise mehr wert, als es zunächst klingt.

Mein Tipp: Übernachte in Magome, auch wenn es als Tagesausflug ginge. Tagsüber ist der Ort voll mit Busgruppen, morgens und abends gehört dir die gepflasterte Gasse fast allein. Alle Infos dazu gibt’s hier: Magome Tsumago Postweg

Kanazawa

Zeit einplanen: min. 2 Tage

Kanazawa ist die ruhigere Alternative zu Hiroshima. Von Kyoto aus bist du mit dem Thunderbird und dem Hokuriku Shinkansen in rund 2 Stunden da, von Magome aus über Nagoya dauert es ähnlich lang. Zurück nach Tokio sind es dann 2,5 Stunden, die Stadt passt also perfekt auf den Rückweg.

Der große Vorteil: Kanazawa ist im Krieg fast unzerstört geblieben. Deshalb stehen hier noch ganze Viertel aus der Edo Zeit, und das bei einem Bruchteil der Besucher von Kyoto.

Das Samurai Viertel Nagamachi liegt rund 20 Gehminuten vom Bahnhof entfernt und ist der Teil der Stadt, für den ich am meisten Zeit einplanen würde. Hier wohnten früher die Gefolgsleute der Maeda, und das Viertel sieht noch immer so aus: enge, gewundene Gassen zwischen ockerfarbenen Lehmmauern, hinter denen die Wohnhäuser liegen. Lauf einfach rein und lass dich verlaufen, groß ist es nicht.

Der Kenroku-en gehört zu den drei berühmtesten Gärten Japans und ist der Hauptgrund, warum die meisten herkommen. Dazu das Teehausviertel Higashi Chaya mit seinen dunklen Holzfassaden, der Omicho Markt für Seafood und das Blattgold, für das die Stadt bekannt ist. Fast das gesamte japanische Blattgold kommt von hier.

Tagesausflüge

Das Prinzip dieser Route: Du wohnst länger an wenigen Orten und fährst von dort aus raus. Diese drei Ausflüge lohnen sich am meisten, und für keinen davon brauchst du deinen Koffer.

Nara

Nara erreichst du von Osaka wie von Kyoto in jeweils etwa 45 Minuten. Im Nara Park laufen rund tausend Sikahirsche frei herum, die sich vor Touristen null fürchten. Für ein paar hundert Yen bekommst du die Shika Senbei Kekse, die du an die Hirsche verfüttern kannst. Ab dem Moment bist du sehr beliebt oder besser gesagt Zielscheibe der Hirsche.

Das eigentliche Ziel ist der Tōdai-ji Tempel. In der Haupthalle steht der knapp 15 m hohe Buddha, einer der größten Bronze Buddhas der Welt. Gleich daneben führt ein Weg hinauf zum Kasuga Taisha, wo hunderte Steinlaternen im Wald stehen. Der Park verbindet alles, du läufst den ganzen Tag im Grünen.

Hakone

Wenn du einen der fünf Tage aus Tokio raus willst, solltest du auf jeden Fall Hakone mitnehmen. Hakone ist ca. 100 km westlich von Tokio im Fuji-Hakone-Izu Nationalpark. An einem Tag schaffst du den Hakone Schrein im Wald, die Fahrt mit dem Ausflugsschiff über den Ashi See, die Gondel hinauf auf den dampfenden Vulkan und die Zahnradbahn zurück ins Tal. Bei klarem Wetter kannst du vom See aus sogar den Fuji sehen. Ich hab ihn natürlich nicht gesehen. Alle Infos zum Trip: Tagesausflug nach Hakone von Tokio

Takaragawa Onsen

Wenn du statt eines Tagesausflugs lieber einmal richtig rauswillst, nimm Takaragawa Onsen in den Bergen von Gunma. Riesige Naturbecken direkt am Fluss, abends ein Kaiseki Dinner im Ryokan, und drumherum praktisch nichts. Mit dem Joetsu Shinkansen bist du in 1,5 Stunden in Jōmō-Kōgen, von dort holt dich der Hotelshuttle ab. Alle Infos gibt’s hier: Takaragawa Onsen

Insidertipps

Sitz E im Shinkansen

Auf der Fahrt von Tokio Richtung Kyoto liegt der Fuji auf der rechten Seite. Im normalen Wagen ist das Sitz E, im Green Car Sitz D. Kurz vor dem Bahnhof Shin-Fuji taucht er auf und bleibt ein paar Minuten sichtbar. Such nicht nach der Uhrzeit, sondern achte darauf, wann ihr Mishima hinter euch lasst.

Tempel machen früh zu

Die meisten Tempel und Schreine schließen spätestens 17 Uhr. Wer erst nachmittags gemütlich losgeht, steht vor verschlossenen Toren. Mach Tempel lieber am Vormittag, Viertel und Essen am Abend.

Zieh Schuhe an, die du schnell los wirst

Du ziehst sie öfter aus, als du denkst. In Tempeln, in Ryokans und sehr traditionellen Restaurants darfst du mit Schuhe nicht rein.

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