Von Südkorea nach Japan muss es nicht immer der Flieger sein. Mit der Panstar Cruise Fähre „Miracle“ schippert ihr von Busan über Nacht nach Osaka. Ihr bekommt eine eigene Kabine, Buffet am Abend und am Morgen, und ihr fahrt durch das japanische Binnenmeer. Wie dieses unvergessliche Abenteuer genau abläuft, mit welchen Kosten ihr rechnen könnt und welche wertvollen Tipps ihr braucht, erfahrt ihr genau hier. Übrigens: Die Strecke lässt sich genauso in die andere Richtung fahren, also von Osaka zurück nach Busan.
Kosten & Kabinen
Der Preis richtet sich je nach der Kabinen Kategorie. Es ist für jedes Budget etwas dabei. Hier eine Übersicht der verschiedenen Kabinentypen mit Preis, die Panstar Cruise auf dieser Route anbietet:
- Inside Room: Innenkabine ohne Fenster für max. 4 Personen – ca. 200.000 Won pro Person
- Ocean View: Wie Inside Room, hat aber ein Fenster mit Blick aufs Meer – ca. 250.000 Won pro Person
- Balcony Suite: Eigener Balkon und richtiges Bett für max. 2 Personen – ca. 500.000 Won pro Person
- Royal Suite: Geräumiger als die Balcony Suite für max. 2 Personen – ca. 700.000 Won pro Person
- Presidential Suite: Die Top Kategorie, von der es nur ein einziges Zimmer gibt – ca. 1.200.000 Won pro Person
Was die Kategorie beim Essen ausmacht
Frühstücks- und Abendbuffet sind für alle Passagiere im Preis enthalten, egal in welcher Kabine ihr schlaft. Ab den Suiten kommt allerdings ein eigener Speiseservice dazu und die begehrten Fensterplätze im Restaurant sind den VIP-Gästen vorbehalten. In der höchsten Kategorie bekommt ihr also tatsächlich ein anderes Essen serviert und nicht nur einen besseren Platz. Das normale Buffet ist aber sehr reichhaltig und für eine Fähre wirklich gut. Eine höhere Kategorie nur wegen der Essensauswahl würde ich auf keinen Fall empfehlen.
Tipp zur Kabinen Wahl
Bucht eine Ocean View Kabine für ca. 150 € pro Person. Die sind zwar auf vier Personen ausgelegt, aber in der Regel nicht ausgebucht. In der Praxis seid ihr zu zweit in einer Kabine, die eigentlich für vier gedacht ist. Ihr zahlt also den normalen Preis und habt mehr Platz. Für eine Überfahrt von rund 17 Stunden ist das völlig ausreichend. Spart das Geld lieber und shoppt dafür mehr in Japan.
Tickets buchen
Gebucht wird direkt beim Anbieter unter www.panstarcruise.com. Ihr müsst euch dort zuerst ein Konto anlegen, erst danach könnt ihr eine Buchung abschließen. Das Ticket bekommt ihr anschließend als E-Ticket in euer Konto gelegt. Ihr müsst also nichts ausdrucken lassen oder euch irgendwo abholen, es liegt einfach in eurem Benutzerbereich bereit.
Wichtig bei der Planung
Die Fähre fährt nicht täglich. Ab Busan geht es nur am Sonntag, Dienstag und Donnerstag los. Schaut euch die Abfahrtstage also früh an und baut eure Route drumherum, sonst wartet ihr im schlimmsten Fall zwei Tage in Busan. Ihr solltet auch auf jeden Fall die Fähre rechtzeitig buchen. Am besten schon ein paar Monate im Voraus.
Anfahrt und Checkin
Die Fähre legt am Busan Port International Passenger Terminal ab, dem internationalen Fährterminal der Stadt. Die Anfahrt ist ganz easy. Nehmt einfach den Bus direkt zum Fährterminal. Es fahren mehrere Linien dorthin. Bezahlt wird wie immer mit der Tmoney Card. Plant genügend Puffer ein, in Busan kann der Verkehr zur Hauptverkehrszeit extrem zäh werden.
Der Checkin Ablauf erinnert an den Flughafen: Ticket abholen, Gepäck aufgeben, durch die Security und dann an Bord. Die Zeiten solltet ihr euch vorher ansehen, denn sie hängen vom Wochentag ab. Sonntags fährt die Fähre früher als dienstags und donnerstags. Eure Fähre nach Osaka ist die Panstar „Miracle“.
Das Wichtigste
Ihr müsst die Immigration Zettel ausfüllen, die ihr mit eurem Ticket am Schalter bekommt. Die digitale Einreise nach Japan, die ihr vom Flughafen kennt, funktioniert auf diesem Weg nicht. Visit Japan Web nützt euch hier also nichts, auch wenn ihr das schon im Voraus gemacht habt. Bei der Einreise in Osaka werden nur diese Zettel akzeptiert.
Die Route
Die Fähre braucht für die rund 500 Kilometer zwischen Busan und Osaka etwa 17 Stunden. Nach dem Ablegen geht es zunächst an Tsushima vorbei über die Koreastraße. Der offene Teil der Strecke ist damit auch schon vorbei, denn nach wenigen Stunden erreicht ihr die japanische Küste und fahrt unter der Kanmon Brücke hindurch, die Kyushu mit Honshu verbindet. Ab da führt die Route durch das japanische Binnenmeer.

Auf der Fähre
Ankommen und Ablegen
Als Erstes bezieht ihr in Ruhe eure Kabine und verstaut das Gepäck. Dann raus an Deck und dem Schiff beim Ablegen zuzuschauen. Und während Busan langsam am Horizont verschwindet, wird man schon etwas wehmütig umgeben von all den Erinnerungen an Südkorea. Gleichzeitig aber wächst auch die Vorfreude auf Japan.
Das Schiff erkunden
Danach habt ihr genügend Zeit um euch umzusehen und das ganze Schiff zu erkunden. Schaut schon mal wo das Restaurant ist. Schaut in den Lounges vorbei oder holt euch ein paar Snacks. Wenn es euch nicht zu kalt ist, springt in den Pool an Deck und genießt ne Runde im Whirlpool. Nehmt euch die Zeit einmal alles abzulaufen, bevor es dunkel wird.
Abendessen
Am Abend wartet auf euch ein reichhaltiges Buffet. Es gibt eine Mischung aus traditionellen japanischen, würzigen koreanischen und klassischen westlichen Gerichten. Von frischen, regionalen Zutaten bis hin zu beliebten internationalen Klassikern ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Einfahrt ins japanische Binnenmeer
Nach gut vier Stunden erreicht ihr bereits Japan. Geht dafür unbedingt noch einmal an Deck und schaut zu, wie die Fähre unter der Kanmon Brücke ins japanische Binnenmeer einfährt. Links und rechts tauchen Inseln und Lichter auf und das Gefühl, dass die Reise gerade erst richtig losgeht, ist schwer zu beschreiben. Viel gibt es dann erstmal nicht mehr zu sehen. Macht es euch in den weichen Betten gemütlich, die überraschend bequem sind. Die Frischluftzufuhr zum Schlafen könnt ihr ganz einfach über die Deckenlüftung regulieren.
Das Highlight am Morgen: die Akashi-Kaikyō-Brücke
Nach dem Frühstück am Morgen wartet der eindrucksvollste Moment der Fahrt. Die Fähre passiert die Akashi-Kaikyō-Brücke (明石海峡大橋), die Hängebrücke zwischen Kobe und der Insel Awaji. Mit knapp 2.000 m Hauptspannweite war sie bis 2022 die längste Hängebrücke der Welt und ist bis heute die drittlängste. Ihr fahrt direkt darunter hindurch, und aus der Perspektive vom Deck aus wirkt das Bauwerk gewaltig. Es ist die letzte Brücke vor Osaka, danach öffnet sich nur noch die Bucht. Also Frühstücken, Kamera schnappen und rechtzeitig an Deck sein. Diesen Moment wollt ihr nicht verschlafen.

Checkout in Osaka
Ihr legt direkt am Fährterminal in Osaka an, dem Osaka Nanko International Ferry Terminal im Hafengebiet. Danach geht alles recht zügig. Es sind deutlich weniger Menschen als an einem Flughafen, entsprechend kurz sind die Schlangen. Gebt die beiden Zettel ab, einen bei der Immigration, den anderen beim Zoll. Deshalb unbedingt beide bis zum Schluss aufheben und nicht schon auf dem Schiff entsorgen.
Keine Sorge, ihr steht dort nicht verloren in der Gegend: Direkt am Ausgang des Terminals warten kostenlose Shuttlebusse, die euch zur nächsten U-Bahn-Station bringen. Von dort fahrt ihr ganz normal mit der Metro weiter ins Zentrum. Damit seid ihr nach dem Aussteigen innerhalb kurzer Zeit im Nahverkehrsnetz, deutlich entspannter als so mancher Flughafentransfer.
Und dann viel Spaß in Japan!
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